Geographie des Elsass

Mit seinen 8300 km2 ist das Elsass die kleinste französische Region. Das Elsass besteht aus zwei départements, der Unterrhein (Bas-Rhin, 67) und der Oberrhein (Haut-Rhein, 68).
Das Elsass zählt 1,6 Millionen Einwohner und die Hauptstadt ist Strassburg (Strasbourg).

Das Elsass besteht hauptsächlich aus einer Ebene durch deren Mitte der Rhein fliesst.

Die geographische Vielfalt des Elsass von Westen nach Osten:
> die Vogesen (Vosges), mittelhohe und bewaldete Berge
> Ostabhanges der Vogesen, welche hauptsächlich dem Weinbau dienen
> die Ebene welche aus Überschwemmungsgebieten (Ried) besteht

Das elsässische Klima : Die Winter sind hart und die Sommer sehr heiss. Niederfälle sind gering (Colmar ist die trockenste Stadt Frankreichs), da die Vogesen die Region vor Unwettern schützt.

Geschichte des Elsass

> Frühgeschichte

Die Ill und der Rhein machen einen ungastlichen Sumpf aus der Region zwischen den Vogesen und dem Schwarzwald. Deshalb gibt es kaum Überreste aus dem paleolithischen und neolithischem Zeitalter.

Während der Bronzezeit bevölkert sich die Region.

> Die keltische Zeit

Während des 5. Jhd v. Chr. bevölkern die letzten von der Donau kommenden Kelten die Rheinebene und erichten u. a. die Heidenmauer (mur paien) des Odilienberges (Mont Saint Odile).

> Die römische Zeit

Die Sequanen lösen die Kelten ab. Als sie von den Eduen aus Burgund bedroht werden, rufen sie germanische Sueben zu Hilfe, welche sich unter der Führung ihres Fürsten Ariovist in der Ebene niederlassen.

Julius Cesar kommt seinen Alliierten zu Hilfe und schlägt Ariovist im Jahre 58 v. Chr.

Rom legt die Volksstämme fest, Triboker im Norden und Raurasken im Süden, und beschütz die Grenze entlang des Rheins durch Militärlager.

Ab 166 n. Chr. treiben die Invasionen der Vandalen und Alemannen das Land in den Ruin.
352 besiedeln die Alemannen die ganze Ebene.

> Die Zeit der Merowinger und Karolinger :

Herzogtum unter den Merowingern, Grafschaft unter den Karolinger. Das Elsass bleibt ein Teil des fränkischen Reiches bis zum Abkommen von Verdun (843), welches es vom Reich Karl des Grossen an Lothar I. abtritt.

> Die Zeit des Deutschen Reiches :

Nach dem Tode Lothar II., welcher ohne rechtmässigen Erben starb, fällt das Elsass Ludwig dem Deutschen zu (870).

Während des 12. Jhd beginnt die Blütezeit der Städte welche sich entfalten und eigenständig werden. Unter dem Schutz des Kaisers, schliessen sie sich zum Rheinischen Städtebund zusammen.

Dieser Aufschwung hält den verschiedenen Elenden stand:
Hundertjähriger Krieg
Die grosse Pest 1349
Feudale Kriege
Dreissigjähriger Krieg

> Die Zeit der französischen Könige :

1648 tritt der deutsche Kaiser das Ober- und Unterelsass sowie die zehn Kaiserstädte an Frankreich ab.

Strassburg ist nicht in diesem Vertrag enthalten.

Louis XIV, durch den Krieg in Holland geschwächt, möchte seine macht auf den Rheinischen Städtebund ausüben und nimmt Strassburg ein. Diese Annexion wird 1678 durch den Vertrag von Nimègue besiegelt.

Eine Blütezeit beginnt im Elsass, welches von einem Intendanten in Strassburg und einem souveränen Rat in Colmar.

Das Elsass behält all seine Privilegien, mit Ausnahme der Religion.

>Die Zeit der Revolution und des Kaiserreichs :

Die Revolution wird mit Begeisterung entgegengenommen. Sie eint das Elsass und Frankreich unter den selben demokratischen Freiheiten.

Die Ausschweifungen und die religiösen Verfolgungen trüben den Glanz der Revolution im Elsass.

Während dieser Zeit (1789-1815) vergrössert sich das Elsass durch den Anschluss von Mülhausen (Mulhouse, 1798) und der französischsprechenden Schweiz.

Der Präfekt Leray fördert die Industrie und Landwirtschaft.

Das Abkommen von 1801 stellt den Religionsfrieden wieder her.

Während der napoleonischen Ära, deren Erinnerung heutzutage noch lebendig ist, liefert das Elsass 70 Generäle an das Kaiserreich.

Ab 1814 marschieren alliierte Truppen im Elsass ein. Das Elsass verliert seinen Norden durch den zweiten Vertrag von Paris nach der Abreise Napoleons ins Exil.

1850 stimmt das Elsass massiv für das Kaiserreich während der Volksabstimmung (Napoleon III.) aber interessiert sich nicht besonders für die Politik da es zu sehr mit seiner wirtschaftlichen Entwicklung beschäftigt ist.

>Die Zeit des deutschen Kaiserreichs :

Nach der Katastrophe von 1870 wird das Elsass dem deutschen Kaiserreich abgetreten.
Die deutschen Unbeholfenheiten und der Gedanke an den glorreichen Napoleon lässt das Elsass von einem, durch die Erinnerung verschönten, Frankreich träumen.

Die Industrie, welche von dem deutschen sowie französischen Handel profitiert, entwickelt sich.

Die elsässischen Parlamentarier im Reichstag bekommen nach und nach den selben Status wie die anderen deutschen Staaten.


>Die Zeit der Rückkehr :

Nach dem Sieg von 1918 regiert ein Generalkommissar das Elsass, welches wieder französisch wird.

Die Ankunft der französischen Beamten, welche kein deutsch sprechen und nicht über die elsässischen Eigenheiten informiert sind, sowie der Wunsch des Präsidenten Henriot das örtliche Recht abzuschaffen, treibt die Bevölkerung dazu sich den Parteien für die Selbstständigkeit anzuschliessen.


Trotz dieser politischen Probleme kennt das Elsass einen grossen Aufschwung Dank seiner Pottasche, der Textilindustrie und der Landwirtschaft.

> Die Zeit der Nazis :

400 000 Elsässer werden während des Zweiten Weltkrieges nach Südwestfrankreich evakuiert. Die Ankunft dieser Bevölkerung, welche kaum oder gar kein französisch spricht, ruft erst mal ein gewisses Unverständnis hervor.

Aber bald verbindet eine noch heutzutage lebendige Freundschaft diese beiden Gemeinschaften.
1940 wird das Elsass von Deutschland annexiert und stark nazifiziert:
Vertreibung von Frankophilen
Inkorporation der „malgré nous“
Bau des Konzentrationslagers Struthof

1944 während einer grossen Kälte wird Strassburg evakuiert.

> Die Zeit Europas :

Wie der Rest des Landes erhebt sich aus das Elsass aus seinen Ruinen. Durch seine Lage in der Mitte Europas und an der Grenze zu Deutschland und der Schweiz blüht es wirtschaftlich auf.
Politisch ist die Unabhängigskeitspartei nicht mehr angesehen da sie mit den Nazis zusammengearbeitet haben.
Das Elsass wählt katholisch, dann bürgerlich dann gaullistisch.
Seitdem, wie in den anderen Regionen Frankreichs, herrscht ein Gleichgewicht zwischen den Linken und den Rechten.
Am 9. Mai 1949 hält sich die erste Sitzung des Europäischen Rates in Strassburg (Strasbourg). Die zwei départements Unter- und Oberrhein knüpfen enge Beziehungen mit Baden Würtemberg und der Region Basel.

> Das Elsass zur heutigen Zeit :

Das Elsass ist heutzutage eine besonders dynamische Region. Das Bruttosozialprodukt ist das 9. von Frankreich obwohl das Elsass die kleinste Region Frankreichs ist. Die Zahl der Arbeitslosen ist hier so niedrig wie nirgendwo anders in Frankreich.
Die Wirtschaft ist vielfältig. Die grossen wirtschaftlichen Bereiche sind der Automobilbau (Peugeot), die Mechanik (Timken), die Lebensmittelherstellung (Mars, Wrigley, Kronenburg), die Textilindustrie (DMC), die Elektronik (Alcatel), die Pharmaindustrie (Lilly, Novartis)…
Viele Arbeiter profitieren von der Nähe zu Deutschland und der Schweiz.
Der Tourismus und der Weinanbau sind auch besonders wichtig für die Region.

Das Elsass zieht also nicht nur Industrien sondern auch die europäischen Institutionen (Strassburg (Strasbourg) ist die Hauptstadt Europas) und natürlich die Touristen an.

Durch sein architektonsiches und kulturelles Erbe ist das Elsass eine besonders angenehme Region. Die Entfernungen sind kurz und die vielen Dörfer bergen viele Schätze die es zu entdecken lohnt. Diese Region lohnt sich besonders für ein langes Wochenenden oder einen Kurzurlaub.

 

 

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